Via del Veterano im Tessin

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Via del Veterano im Tessin

Beitragvon Chris » 28.02.2014, 09:05

Hallo zusammen,

ist zwar nicht ganz das Frankenjura, aber immerhin geht's um eine Route :D Ist jemand die Via del Veterano im Tessin schon mal geklettert? Wie ist da die Absicherung? In einem meiner Führer steht "top" im anderen steht zusätzliche mobile Absicherung hilfreich (Davon abgesehen würde ich in sowas langes nie ohne Keile/Friends einsteigen).

Wie ist die so im Vergleich zu anderen langen Touren in der Gegend? z.B. Speroni di Ponte Brolla oder die "Ad un Angelo.." im Onsernone-Tal? Vielleicht gibt's ja jemanden, der den direkten Vergleich kennt und etwas erzählen kann.

schönen Gruß

Christian
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Re: Via del Veterano im Tessin

Beitragvon kletterbeni » 01.03.2014, 21:47

Servus,

die Via del Veterano ist recht leicht aber sehr lang, deshalb sollte man zügig klettern und am Besten auch noch bei Helligkeit absteigen, da der Weg zurück zum Wandfuß sehr steil durch den Wald führt. Wenn sichs zeitlich nicht ausgehen sollte, kann ja nach der 5a Querung (etwa in Tourmitte) ausgestiegen werden. Die Standplätze sind alle gebohrt und Zwischenhaken gibt es auch, allerdings nicht so viele. Wenn ein Haken da ist, ist er aber auch an sinnvoller Stelle gesetzt. Zusätzlich absichern ist eher schwierig, weil es ja überwiegend Plattenkletterei ist, aber ein paar Keile/Friends/Schlingen schaden sicher nicht. Noch ein Tipp: Früh einsteigen lohnt sich, da sich in der Tour gerade am WE gerne mal Staus bilden.

Die Speroni ist deutlich kürzer, dafür etwas schwerer (untere Hälfte plattig und recht eintönig, obere Hälfte steiler und kräftiger) aber auch sehr gut gesichert.

Ansonsten kann ich noch zwei etwas schwerere Routen empfehlen: "Alhambra" am Mote Garzo und "Taroc" Avegno Scaladri (beide im Maggiatal)

Grüße und viel Spass im Tessin!
Beni
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Re: Via del Veterano im Tessin

Beitragvon Matters » 02.03.2014, 11:24

Ich bin die "Veterano" vor ca. 25 Jahren geklettert und fand sie hervorragend gesichert, ebenso wie den "Sperone" ( Begehung 2013). Die Angaben im Känel-Führer bezüglich Schwierigkeit und Absicherung sind in beiden Fällen zutreffend.
Vernünftige Keile lassen sich in diesen Platten eher selten legen, sind aber auch nicht wirklich notwendig.
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Re: Via del Veterano im Tessin

Beitragvon Chris » 03.03.2014, 10:39

Hallo ihr beiden,

Danke für eure Informationen. Hilft weiter :D

Die Speroni bin ich schon dreimal geklettert (weil's so schön ist). Ich fand' aber gerade die unteren Seillängen gar nicht langweilig. Ist für einen loch- und henkelverwöhnten Franken mal was ganz anderes.

@matters: Ich glaube wir kennen uns flüchtig vom Klettern mit Karl-Heinz. Grüße ihn von mir, wenn Du ihn mal wieder triffst.

schönen Gruß

Christian
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Re: Via del Veterano im Tessin

Beitragvon Chris » 08.06.2015, 22:56

So, um das mal abzuschließen (vielleicht hilft's ja einem zukünftigen Aspiranten):

Letztes Jahr hat's mit der Veterano leider nicht mehr geklappt. Dummerweise bin ich im Zustieg direkt hinter Freggio umgeknickt. Das war's dann mit den 24 Seillängen :(
Der zweite Versuch heuer war erfolgreich: Abends Anreise mit Biwak am Wandfuß. Einstieg um kurz nach 6 Uhr. Damit waren wir dann in der Wand alleine unterwegs :D

Die Absicherung im unteren Teil vor dem Notausstieg ist für eine alpine Tour sehr gut, danach wird's deutlich schlechter (aber auch leichter). Teilweise nur 1 Haken auf 40m. Wir haben doch die eine oder andere Schlinge gelegt. Außerdem ist dort die Wegfindung nicht mehr so einfach wie im unteren Teil. Wir sind mit einem 60m Doppelseil geklettert und ich muss sagen mit einem 50m-Seil wäre ich in der einen oder anderen Seillänge doch etwas nervös geworden (hätte aber gelangt). Ein Rückzug in der Tour ist aufgrund der Quergänge problematisch und wenn dann nur mit einem Doppelseil zu machen. Schlüsselstelle für uns war der 5a-Quergang vor dem Notausstieg, weil der war nass :twisted: . Allerdings hängt da ein Fixseil, was die Sache, gerade für den Nachsteiger, deutlich erleichtert. Generell sollte man keine Phobie vor Plattenquergängen haben und im Grad 4b/4c auf Platte fitt sein. Die wenigen schwereren Stellen sind ausgesprochen gut gesichert.

Der Abstieg ist bei Nässe und/oder Dunkelheit heikel. Die Speroni ist im Vergleich homogener und einen Tick schwerer, allerdings ist der Plaisir-Faktor dort deutlich höher, die Veteranoist doch eine ganze Nummer alpiner im Vergleich.

Fazit: 24 Seillängen am Stück, meist gut gesichert, meist nett zum klettern. Uns hat's gut gefallen. :prost3:
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