Frankenjura.com - Druckausgabe © 17.11.19

Balmenflur bei Schirradorf

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Beschreibung

Balmen sind Halbhöhlen, die durch Auswaschung weicherer Gesteinsschichten entstanden sind. Prähistorische Menschen hatten unter solchen Felsdächern oft ihre Wohnstätten oder Jagdlager. Später wurden Schafe und Ziegen dort nachts untergestellt. Der nährstoffreiche Boden unter den Balmen ist regengeschützt und bietet Lebensraum für Pflanzen, die es trocken mögen. Ihnen reicht das Tropfwasser vom Balmentrauf aus. Eine solche Pflanze ist das unscheinbare Scharfkraut, auch Schlangenäuglein genannt. Ähnlich wie an den Wacholderhängen bei Wonsees, ist in Schirradorf der kalkreiche Magerrasen die vorherrschende Landschaftsform. An den Felshängen gedeihen typische Arten wie Kartäusernelke, Zypressen-Wolfsmilch oder Arznei-Thymian. Sie sind auf die Beweidung durch Schafe angewiesen. Unter einem großen Dolomitfelsen, dem Schwalbenstein, entspringt die Schwalbachquelle. Sie ist ein Prophetenbrunnen, ein Anzeiger für den Grundwasserstand. Wenn sie sprudelt, heißt das, es ist viel Wasser von oben durch das Karstgestein geflossen. Die Felsen der Fränkischen Schweiz bestehen überwiegend aus sedimentiertem Kalkstein. Das sind Ablagerungen von Schwammriffen, die aus Kleinstlebewesen bestanden. Vor etwa 150 Millionen Jahren lag die Gegend noch am Grund des Jurameers. Das Innere der Kalk- und Dolomitfelsen ist von Hohlräumen durchzogen. Geologen nennen dieses Gestein "Karst".

Aus Gründen des Naturschutzes sowie aus Rücksicht auf die Landwirte, die das Gras als Viehfutter nutzen, sollte man auf den Wegen bleiben und weder Müll noch Hundekot hinterlassen.

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