Story
Einsame Massive....
Platt vom Vortag beschlossen wir, einen entspannten Spul-Sonntag einzulegen. Der Finger Gottes bot dafür genau das Richtige: sieben Touren im achten Grad und eine 9− – mehr als genug Auswahl für einen genussvollen Klettertag.
In Burggaillenreuth war der Parkplatz am Sportplatz bereits voll belegt. Vorbei an den Menschenmassen an der Schlossbergwand machten wir uns auf den Weg zum Finger Gottes. Dort angekommen erwartete uns das genaue Gegenteil: einsam, idyllisch und wunderschön. Schon der abenteuerliche Zustieg über ein Fixseil zum oberen Wandteil sorgte für einen gelungenen Auftakt.
Wir starteten im steileren oberen Bereich mit Falsche Götter (8−). Anschließend ging es in die steile Terpentin, ganz links am Massiv. Mein Partner legte danach noch die anspruchsvollere Zoigl nach.
Im Anschluss widmeten wir uns den langen Wandklettereien im unteren Teil. Die knapp 35 Meter lange 3 Kreuze überzeugte mit abwechslungsreicher Kletterei. Mein Partner onsightete noch Im Namen des Herrn direkt daneben – gekrönt von einem spektakulären, wenn auch nicht besonders schweren Ausstieg über die Kante.
Zum Abschluss schauten wir noch bei unseren Freunden an der Heinrichsgrotte vorbei, die erst kürzlich wieder geöffnet wurde. Den gelungenen Klettertag ließen wir schließlich ganz entspannt im Biergarten in Morschreuth ausklingen.
Fazit: Während sich an der Schlossbergwand die Seilschaften an den bekannten Klassikern stauten, hatten wir zu zweit ein ganzes Massiv mit einer guten Auswahl an schönen Klettereien für uns allein. Mittlerweile gibt es rund 14.000 Routen in der Fränkischen Schweiz – intensiv beklettert werden vermutlich nur etwa 20 Prozent davon. Wer bereit ist, auch einmal abseits der Hotspots unterwegs zu sein, wird mit echten Kleinoden belohnt. Eine Bürste sollte dafür allerdings immer im Gepäck sein, denn die weniger frequentierten Linien freuen sich gelegentlich über etwas Pflege.
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