Felssperrungen im Lauterachtal komplett aufgehoben!

08.04.18

Die Felsen im Lauterachtal ganz im Süden des Nördlichen Frankenjuras dürfen wieder beklettert werden. Die Gemeinde Kastl hob die Sperrungen an der Dachlwand, der Happy-Hippo-Wand, der Kleinen Wand, der Welzenbach Gedenkwand, am Ransbacher Block und an der Flügelwand zum Start in die Klettersaison auf, nachdem seit Mitte März auch die unter den Felsen liegende Straße wieder befahren werden darf. Zunächst ist dennoch erhöhte Vorsicht geboten.

13 Kubikmeter groß und 30 Tonnen schwer ist der größte der entfernten Gesteinsbrocken (Bild: Gemeinde Kastl)

Die Straße und auch die nun wieder bekletterbaren Felsen waren im Februar 2017 gesperrt worden, nachdem Geologen ein großes Felssturzrisiko im betroffenen Talabschnitt ausgemacht hatten. In der Folge wurden alle Felsen des Westhangs im südlichen Teil des Lauterachtals begutachtet und vermeintlich gefährliche Felsareale von insgesamt 200 Kubikmeter Gesteinsmasser entfernt. Der größte dieser Blöcke maß rund 13 Kubikmeter und hatte ein Gewicht von etwa 30 Tonnen.

Kletterrouten wurden nicht zerstört

Eine vorläufige Begutachtung der Bergwacht Amberg nach Abschluss der Arbeiten zeigte, dass erfreulicherweise alle Kletterrouten im betroffenen Gebiet noch vorhanden sind. Dennoch wurde auch an Kletterfelsen – unter anderem auch an den Felsköpfen - einiges an Felsmaterial bewegt und Bewuchs an Felsköpfen entfernt, so dass kleinere Gesteinsbrocken Kletterer und Sicherer gefährden können. Die Bergwacht sowie die Gemeinde Kastl rät deshalb dringend zum Tragen eines Helms!

Komplett freigestellt: Die Kleine Wand im Lauterachtal (Bild: Bergwacht Amberg)

Wintertaugliche Kletterfelsen als Nebeneffekt

Im Zuge der Felssicherungsmaßnahmen wurden einige Hangabschnitte gerodet. Der ´Ransbacher Block´, die ´Kleine Wand´ und die ´Welzenbach Gedenkwand´ stehen jetzt komplett frei und sollten nun aufgrund ihrer südwestlichen Ausrichtung ideale Winterfelsen geworden sein. Durch die extensiven Holzarbeiten ist aber momentan ein Fortkommen an den Wandfüßen und auf den Zustiegswegen zum Teil sehr beschwerlich, da Äste und Gestrüpp von ebenfalls durchgeführten Freistellungsmaßnahmen zurückgelassen wurden und erst nach und nach von Kletterern freigeräumt werden.

Auch der Ransbacher Block avanciert zum Winterziel (Bild: Bergwacht Amberg)

Lauterachfels wird begutachtet

Für die kommenden Monate sind weitere Felssicherungsmaßnahmen im Lauterachtal geplant, die auch den beliebten - aber derzeit nicht gesperrten - Lauterachfelsen betreffen, da auch in diesem Talabschnitt ein erhöhtes Gefährdungspotential durch Felssturz ausgemacht wurde. Laut eines Gutachtens, das der Gemeinde Kastl vorliegt, ist an diesem aber das Unglücksrisiko deutlich geringer als an den jüngst gesperrten Felsen, so dass sich die Einschränkungen für den Klettersport an diesem Fels in Grenzen halten werden.

Rock-Events angepasst

Der Gemeinde Kastl ist der Erhalt des Lauterachfelsens als Kletterziel ein wichtiges Anliegen, deshalb bemüht sich das Rathaus auch hier in Absprache mit der Bergwacht Amberg sowie einheimischen Kletterern, dass Kletterrouten an diesem Fels möglichst wenig durch die Sicherungsmaßnahmen beeinträchtigt werden. Wir haben alle Rock-Events dieser Felsen überarbeitet und die Sperrungsinformationen durch einen Gefahrenhinweis zum Tragen eines Helms ersetzt.

© OpenStreetMap-Mitwirkende

Diese Felsen sind wieder frei: Happy-Hippo-Wand, Dachlwand, Kleine Wand, der Welzenbach Gedenkwand, Ransbacher Block und Flügelwand (von Nord nach Süd)



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