Christof 27 rettet nacheinander Kletterer an Röthelfels und Diebesloch!

Sven König - 13.06.18

Am vergangenen Samstag ereigneten sich am Röthelfels am Rande des Trubachtals sowie am Oberen Diebesloch im Kleinziegenfelder Tal zwei schwere – glücklicherweise aber nicht lebensgefährliche Kletterunfälle. In beiden Fällen waren Berlinerinnen die Unfallopfer, die der Reihe nach vom Rettungshubschrauber Christof 27 via Windenbergung vom Wandfuß aufgelesen und dann in Kliniken nach Erlangen und Bamberg geflogen wurden.

Warten auf den Heli am Oberen Diebesloch (Bild: Bergwacht Kulmbach-Obermain)

Am Oberen Diebesloch im Kleinziegenfelder Tal prallte eine 38-Jährige Kletterin nach dem Aushängen der untersten Expressschlinge der extrem überhängenden Route ´Blutspur´ (8-/8) beim Zurückpendeln mit dem Rücken gegen einen Vorgipfel am Wandfuß. So unglücklich, dass eine ernsthafte Wirbelverletzung nicht ausgeschlossen werden konnte. Das Obere Diebesloch befindet sich ausgesetzt und hoch über Kleinziegenfelder Tals. Da das Zustiegsgelände dorthin ist sehr steil ist, musste die Berlinerin mit Hubschrauber und Seilwinde geborgen werden.

Ein Kletterer in der Route ´Blutspur´ (8-/8) am Oberen Diebesloch. Der Vorturm am Wandfuß wurde der Berliner Kletterin zum Verhängnis (Archivbild)

Diese Aktion war kein einfaches Unterfangen für die Bergwacht Kulmbach-Obermain, welche die Windenbergung durch den Nürnberger Rettungshubschrauber Christof 27 koordinierte: Wegen des stark überhängenden Felsens musste ein Versatz von drei Metern zwischen der Verletzten und dem Anseilpunkt der Winde am Hubschrauber mittels zusätzlichen Statikseil überbrückt werden, um ein Pendeln des Bergungssackes beim Abheben zu verhindern. Der Hubschrauber brachte die verletzte Frau anschließend ins Klinikum nach Bamberg.

Die Zinnenwand befindet sich am Röthelfels unmittelbar links des Vorturms ´Daniel´ (Archivbild)

Dies war aber nicht die erste Berliner Klettersportlerin, mit der die Winde von Christof 27 an diesem Nachmittag Bekanntschaft machte. Unmittelbar zuvor wurde der Rettungshubschrauber zum Röthelfels im Wannbachtal, einem Seitental des Trubachtals, gerufen. Dort kam es einige Stunden vorher auch zu einem schweren Unfall, bei dem eine etwa 50-jährige Kletterin – ebenfalls aus Berlin - verunglückte.

Sie leitete eine Gruppe mehrerer Studenten und wollte nach Informationen anwesender Kletterer unter dem Zeitdruck eines aufziehenden Gewitters eine Route abbauen. Als sie in der 30 Meter langen ´Zinnenwand´ (5-) in der Nähe des Vorturms „Daniel“ abgelassen wurde, stürzte die Sportkletter-Fachübungsleiterin aus knapp zehn Metern auf den Boden und zog sich dabei mehrere Knochenbrüche und schwere Prellungen zu. Nach derzeitigem Wissensstand war das verwendete Seil nur 50 Meter lang und damit für die Wandhöhe zu kurz.

© OpenStreetMap-Mitwirkende

Schauplätze der Kletterunfälle am vergangenen Wochenende: Der Röthelfels und das Obere Diebesloch

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