Flug nach Delhi

Bisher wurden zu Flug nach Delhi 47 Kommentare abgegeben.

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Kirra am 29.06.16

Ein Kurzer Kommentar zu Thema “wo ist das Problem“ für Leute die sich unter einem HakenKrieg nichts vorstellen können:
Person 1 richtet etwas ein und denkt sich was dabei. Person2 kommt und meint das währe nicht gut (denn er hat ja die Deutungshoheit kraft seiner Allwissenheit/Wassersuppe) und ändert es einfach. Damit bevormundet er aber Person 1 die evtl. nicht ganz die Meinung von Person 2 bezüglich der Allwissenheit von Person 2 teilt. Also wird als Antwort etwas von Person 2 „Nachsaniert“… aber nun mal nach dem Empfinden von Person 1, was Person 2 wiederum nicht korrekt findet. So läuft das weiter, dann kommen noch die Kumpels der Kumpels etc. dazu und am Ende kippt jemand Beton oder Altöl (siehe die Superlative in der Pfalz) über den ganzen Krempel weil er begreift das dieser Krieg nicht zu gewinnen ist, aber auch nicht verlieren will/kann.
Wenn schon Haken keinen Bestand haben, warum dann eigentlich der Fels? „Meine Finger sind zu dick für dieses mono…Aufbohren!“ „Der Zug ist zu weit für meine kurzen Arme… neuer Tritt in die Wand!“ Das es Volldeppen gibt die Routen chippen weil sie meinen sie klettern zu müssen ohne die Leistung oder eben den Körper (z.B. Fingerdicke) zu haben ist bekannt… nur das es danach nicht mehr dieselbe Route ist. Dreamtime ist ein bekanntes bsp. dafür.
Reine Sportklettergebiete gibt es überall, und ich persönlich mag komfortable Hakenabstände, weil ich bin bekennender Schisser und KlipStickUser… wenn ich an meinem Limit arbeite. ABER: ich genieße auch den Reitz die Sicherung mieser werden zu lassen wenn ich über dem grad stehe. Warum soll einem das weggebohrt werden?
In Mayen z.B. hab ich den Eindruck, dass alle Stiele nebeneinander gut klar kommen… Von Sportklettern bis komplett clean, Nicht abzusichern (also Pflicht solo) bis A5. Wenn jeder was für sich finden kann ist die Welt doch in Ordnung, oder? Und bequem gebohrte 8-er gibt’s doch ich Franken zur Genüge.

Gonda am 29.06.16

Hallo Markus Schmiedt,

vielen Dank für Deinen Hinweis auf den DAV:

Erstbegehungs- und Sanierungscharta

In Anlehnung an das Sanierungsstatement im Nördlichen Frankenjura hat die Kommission Klettern & Naturschutz im Jahr 2010 Leitlinien formuliert, die bundesweite Gültigkeit haben sollen. Sie wurden in Form der Erstbegehungs- und Sanierungscharta auch vom Österreichischen (OeAV) und Südtiroler Alpenverein (AVS) verabschiedet.

Hier noch einige Auszüge:

Erstbegehungs- und Sanierungs-Charta für Felskletterrouten
Positionen und Handlungsleitlinien des Deutschen Alpenvereins

Im Gegensatz zur normierten Absicherung von stereotypen Kunstwandrouten ist jedoch die Sicherungsbandbreite beim Felsklettern sehr unterschiedlich ausgeprägt und reicht von sehr gut ausgestatteten Plaisirrouten, über die Klassiker bis hin zu spärlich abgesicherten Abenteuerklettereien. Und so vielfältig der Absicherungsgrad und Routencharakter im Fels sind, so unterschiedlich sind auch die Räume, in denen Felsklettern stattfindet. Es gibt moderne vollausgestattete Klettergärten und die klassisch abgesicherten Felsklettergebiete; die Übergänge sind mittlerweile fließend. Vielfach existieren unterschiedlichste Routentypen sogar direkt nebeneinander.

Der Deutsche Alpenverein (DAV)fördert eine Entwicklung, die den Bedürfnissen und Ansprüchen der unterschiedlichen Nutzergruppen beim Felsklettern Rechnung trägt und auch Verantwortung für die Historie des Klettersports übernimmt.

Als Selbstverpflichtung soll diese „Erstbegehungs- und Sanierungs-Charta“ zur Orientierung für vorgenannte Aktivitäten dienen und zur Etablierung von „gutem Stil“ beitragen.
Insbesondere fordert der DAV eine sensible und abgestimmte Vorgehensweise des einzelnen
Aktiven oder der agierenden Gruppen.

Die klettersportlichen Traditionen einer Region stellen einen besonderen Wert dar. Sie
beinhalten eine Vielfalt der Stile und lokalen Besonderheiten.

Felsklettern ist mit Gefahren verbunden. Jeder Kletterer muss für sich entscheiden,ob er den Gesamtanforderungen einer Route gewachsen ist und diese nach eigener Risikoabwägung eigenverantwortlich begehen kann.

...usw., usw....und immer der gleiche Tenor, wie in dem Sanierungsstatement der IG Klettern Frankenjura.

Es lohnt sich, da mal reinzuschauen. Zum Beispiel auch interessant:

Der DAV sieht für Kurs- und Ausbildungszwecke und zum Einstieg ins Felsklettern das Einrichten von geeigneten Routen als sinnvoll an. Klassiker dürfen dahingehend jedoch nicht umgebaut werden.

oder

Bei allen Sanierungen darf ausschließlich Material verwendet werden, das die gültigen Euro- und UIAA-Normen erfüllt. Die Sanierung ist fachgerecht durchzuführen (siehe DAV-Bohrhakenbroschüre).

Der Erstbegeher verzichtet darauf, den Fels durch das Schlagen und Anbringen von Haltepunkten zu verändern.

Es gibt also mittlerweile einiges zu beachten.

P.S. Die Zeiten ändern sich halt. Neue Kletterethik, aber auch neue Regelungen anderer Art. Auch ich habe nach 15-jähriger Kletterpause die neuen Kletterregelungen nicht gekannt und musste für meine Unwissenheit Lehrgeld zahlen. Kann halt jedem mal passieren. Deshalb auch diese langatmigen, aber hoffentlich aufklärenden Kommentare.

Gruß Martin

Udo am 29.06.16

Wenn ich entscheiden dürfte zwischen der ca. 650. Plaisier 8- in der Fränkischen und einem Neoklassiker wie "Flug nach Delhi", würde mir die Wahl sehr leicht fallen.

oberfrankensocke am 28.06.16

Zunächst einmal etwas Grundsätzliches: Neben dem vom Martin zitierten Sanierungsstatement der IG, gibt es jetzt auch einen entsprechenden Appell vom DAV, der sich nicht nur auf die Fränkische, sondern auf alle Klettergebiete bezieht. An diese Appelle sollten sich alle halten. Wenn jemand es nicht macht, dann kracht es manchmal. Dies wäre zu vermeiden, wenn die Aktivisten vor dem Bohren die Kommunikation suchen würden oder sich aber an die Statements halten würden. .
Der aktuelle Fall ist sicher ein Novum, zeugt aber m.M.n. von einer gewissen Souveränität des Erstbegehers der Route. Er hat seine Haken entfernt und die Linie freigegeben. Wo ist also das Problem? Wenn jemand dort eine 8- Pläsierroute einrichten will, hat er jetzt die Chance. Vielleicht wird aber auch der Originalzustand wieder hergestellt, was sicherlich auch nicht das schlimmste wäre.

Gonda am 28.06.16

Hallo Thomas,

"Oh man, das gibt es doch nicht!"

ich weiß nicht, wie lange Du schon kletterst, aber sowas hat es schon mal gegeben. Die einfache Form nennt sich "Exempel statuieren" und die erweiterte Form "Hakenkrieg". Das führt im Endeffekt dazu, dass sich die Kontrahenten irgendwann, irgendwie einigen müssen und das hat dann in der Fränkischen zu dem Sanierungsstatement geführt. Wie wir alle wissen, können Streitereien/Kriege in sozialen Gebilden schnell entstehen, wenn man nicht miteinander redet, sondern jeder macht, wie er mag. Auch Klettern findet in einem sozialen Umfeld statt und da gibt es halt keine absolute Freiheit.

Einen neuen Hakenkrieg 16/18 ;-) will wie immer keiner, weil letztendlich wir alle die großen Verlierer sind. Das "Werk" des Erstbegehers ist zerstört, die "Nutzer" können die Route zumindest vorübergehend nicht mehr klettern und der Fels wird auch unnötig in Mitleidenschaft gezogen.

Also:
Wer bestehende Routen verändern will sollte das gemäß dem Sanierungsstatement machen. Wenn er damit nicht einverstanden ist, kann er sich für ein neues Sanierungsstatement stark machen und versuchen, es durchzusetzen. Ansonsten ist er ursächlich verantwortlich für die Folgen seines Handelns.

Gruß Martin

saui am 28.06.16

Oh man, das gibt es doch nicht! Denken wirklich einige Personen, dass sie mit der Erstbegehung bzw. dem Einbohren einer Route das Eigentumsrecht an diesem Stück Fels erwerben? Mir ist völlig bewusst, dass das Einbohren und Erschließen von Neutouren viel Arbeit ist und auch Geld kostet, und dass man mit besten Wissen und Gewissen die Touren einbohrt, aber auf Grund dessen ist doch kein ewiges Besitzrecht verbunden! Natürlich sollte das Setzen neuer Haken in bestehenden Routen, wenn überhaupt, nicht willkürlich erfolgen und bestimmt auch in vorheriger Absprache mit dem Erstbegeher. Aber es kann doch nicht sein, dass es dann so eskaliert, wenn dies mal nicht erfolgt und das dann die gesamte Route zurück gebaut wird.

@Andreas, mich würden wirklich mal deine Beweggründe interessieren, warum du das jetzt gemacht hast? Natürlich du bist der Erstbegeher und ich denke viele haben deine Tour mit Freude geklettert, wie auch ich. Und nur weil vielleicht irgendjemand dir gegen das Bein pinkelt, nimmst du die Flex und ruinierst deine eigene Kreation? Tut mir leid, aber hierfür fehlt mir einfach das Verständnis. Wäre es vielleicht nicht erst möglich gewesen herauszufinden, wer den neuen Haken gesetzt hat und mit ihm/ihr mal darüber zu reden, warum er dies getan hat. Und wenn du zur Überzeugung gekommen wärst, dass der neue Haken absolut nicht notwendig ist, hättest du ja auch über die Möglichkeit nachdenken können nur den neuen Haken wieder raus zu nehmen.

Ich frage mich wirklich was die Dorfbewohner von Loch denken, wenn sie diese Aktionen verfolgen. Erst kommt einer bohrt den Fels ein, dann kommt er wieder und flext die Haken wieder raus und dann kommt ein Anderer und bohrt wieder neu ein. Ich kann mir vorstellen, dass die Einwohner von solchen Aktionismus sehr begeistert sind und ganz viel Verständnis dafür haben. Irgendwann steht ein netter Zaun um den Felsen und wir können beim Vorbeifahren, mit einer Träne im Auge, winken und an die guten alten Zeiten denken, wo wir nach Delhi oder halt in den Morast geflogen sind.

Ich sehe es so, dass die Felsen in Franken ein wunderbares Naturgut sind (auch wenn sie an einer vielbefahrenen Straße stehen) und wir mit diesem mit Respekt und Vernunft umgehen sollten. Deine Aktion beweist mir leider, dass persönliche Aspekte oftmals wichtiger sind als diese Grundsätze und ich finde es traurig, dass bei solchen Konflikten nicht die Vernunft siegt!

In diesem Sinne: „Respect the Nature!“

Viele Grüße
Thomas Saueracker

MaWe am 27.06.16

Mein Name für die neue Tour wäre "Kopfbahnhof für Ewiggestrige". Leider ist der aber schon vergeben.
Aber wir müssen doch net alles immer so eng sehen.

mapsch am 27.06.16

Die Aktion ist wirklich etwas drastisch, jedoch hat Andreas mit diesem Statement recht. Wenn der Charakter der Tour so gedacht war, dann sollte es einfach selbstverständlich sein, dass dort ohne Einverständnis des Erstbegehers nichts dazugebohrt wird.

Deswegen finde ich die Kommentare mit "beleidigte Leberwurst" vollkommen daneben.

Ich finde es wichtig dass die "Spielregeln" wie sie Martin vom Sanierungsstatement der IG Klettern zitiert hat eingehalten werden. Ich würde ungerne Routen wie Rauchende Bolts, Katapult etc. missen wollen. Diese Touren sind auch mit Vorsicht zu genießen (der Sicherer muss halt mit dabei sein) und wurden bisher meines Wissens nach auch nicht mit Schlingen entschärft bzw. diese wurden von Kletterern, die eine echte Begehung haben wollten entfernt.
Das ist auch der Unterschied zwischen Haken dazusetzen und ne Schlinge -bzw. mittels Clipstick 5 Exen- reinhängen: eine Schlinge kann einfach entfernt werden. Also wenn ihr so klettern wollt dann hängt euch doch rein was ihr braucht oder klettert gleich toprope. Danach das Zeug wieder raus und die Tickmarks wegputzen, dann hat jeder die Chance seinen persönlichen Stil auszuleben.

Grüße
Markus Pscherer

mapsch am 27.06.16

Die Aktion ist wirklich etwas drastisch, jedoch hat Andreas mit diesem Statement recht. Wenn der Charakter der Tour so gedacht war, dann sollte es einfach selbstverständlich sein dass dort ohne Einverständnis des Erstbegehers etwas dazugebohrt wird.

Deswegen finde ich die Kommentare mit "beleidigte Leberwurst" vollkommen daneben.

Ich finde es wichtig dass die "Spielregeln" wie sie Martin vom Sanierungsstatement der IG Klettern zitiert hat eingehalten werden. Ich würde ungerne Routen wie Rauchende Bolts, Katapult etc. missen wollen. Diese Touren sind auch mit Vorsicht zu genießen (der Sicherer muss halt mit dabei sein) und wurden bisher meines Wissens nach auch nicht mit Schlingen entschärft bzw. diese wurden von Kletterern, die eine echte Begehung haben wollten entfernt.
Das ist auch der Unterschied zwischen Haken dazusetzen und ne Schlinge -bzw. Mittels Clipstick 5 Exen- reinhängen: eine Schlinge kann einfach entfernt werden. Also wenn ihr so klettern wollt dann hängt euch doch rein was ihr braucht oder klettert gleich toprope. Danach das Zeug wieder raus und die Tickmarks wegputzen, dann hat jeder die Chance seinen persönlichen Stil auszuleben.

Grüße
Markus Pscherer

Gonda am 27.06.16

Ich möchte noch einmal an das Sanierungsstatement der IG Klettern Frankenjura aus dem Jahr 2002 erinnern, das anlässlich des letzten Hakenkriegs im Frankenjura als Konsenslösung entstanden ist und von ca. 200 Kletterern unterzeichnet wurde. Hier einige Auszüge:

Die gewachsene klettersportliche Tradition des Frankenjura soll erhalten bleiben. Diese Tradition beinhaltet auch eine Vielfalt der Stile. Diese Vielfalt soll bestehen bleiben, ohne eine Weiterentwicklung zu hemmen. Jeder Kletterer muss eigenverantwortlich entscheiden, ob er den Gesamtanforderungen einer Route gewachsen ist und diese begehen kann.

Durch das Einrichten einer Kletterroute erwirbt der Erstbegeher ein gewisses Recht an seiner Kreation. Gegen den Willen des Erstbegehers soll der Charakter einer Kletterroute nicht verändert werden. Setzen von zusätzlichen Haken und Entfernen von vorhandenen Haken darf nur nach Rücksprache mit dem Erstbegeher bzw. den Kletterverbänden erfolgen.

Nach Rücksprache mit dem Erstbegeher können "verbohrte" Haken umgesetzt werden. Gleiches gilt für das Anbringen zusätzlicher Haken an Kletterstellen oder in Routen, deren Charakter sich im Laufe der Zeit z. B. durch Griffausbruch entscheidend verändert hat.

Kann die Meinung des Erstbegehers nicht eingeholt werden, sollen Vertreter der örtlichen Kletterverbände eine Entscheidung treffen. Bei dieser Entscheidung sollen die natürlichen Gegebenheiten, die klettersportliche Bedeutung und der Gesamtcharakter der Route berücksichtigt werden.

Das gesamte Statement und die Unterschriftenliste findet Ihr auf der Homepage der IG Klettern Frankenjura unter "Klettern/Sanierungsstatement".

Jeder Erschließer sollte auch den Neutouren-Apell kennen, zu finden auf selbiger Homepage unter "Naturschutz/Neutouren-Appell".

Meiner Meinung nach sollte der neue Routenname die Situation bzw. die Leistung des Erstbegehers würdigen. Der Namensvorschlag "Aviophobie" vom Erstbegeher Andreas Schelter ist doch eigentlich sehr treffend!

Gruß Martin

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